Technisch einmalig: das Pfeifstellwerk [456]

Eine technische und optische Besonderheit ist das von 1949 bis 1953 produzierte Pfeifstellwerk. Die hier eingesetzte Technik wurde in keinem anderen Modell je wiederverwendet. Dieses aus Blech gefertigte Gebäude mit […]

Eine technische und optische Besonderheit ist das von 1949 bis 1953 produzierte Pfeifstellwerk. Die hier eingesetzte Technik wurde in keinem anderen Modell je wiederverwendet. Dieses aus Blech gefertigte Gebäude mit Flachdach ist sehr schön detailiert und mit 11cm Breite, 6cm Tiefe und 9cm Höhe sogar ziemlich Masstabsgetreu. Die Fenster sind, wie damals üblich, mit Cellonscheiben hinterlegt.

Zusammen mit den aktuellen Loks und Wagen aus den 50er Jahren ergibt sich ein sehr schönes Bild der damaligen Fertigungstechniken, dieses Gebäude wirkt keinesfalls wie ein Blechspielzeug und ist beispielsweise mit den älteren Bahnhöfen 418 oder 414 nicht zu vergleichen.

Beim ersten Blick auf das Gebäude erstaunen jedoch die vielen Kabel die aus dem Boden herausgeführt sind…

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Beim Betreten des Gebäudes (das Flachdach lässt sich übrigens prima abnehmen, kein Grund die Tür zu benutzen!) fällt sofort auf das das Gebäude fast komplett mit Technik gefüllt ist. Dies erklärt auch das, gegenüber anderen Blechgebäuden, hohe Gewicht.

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Das Innenleben besteht aus einem Motor (!), im Bild rechts oben unter der Lampe zu sehen, dieser erzeugt im fest montierten Rahmen einen Luftzug über ein Schaufelrad. Nachdem zunächst (über ein zeitgemässes Schaltpult) der Motor aktiviert wurde, kann über einen zweiten Schalter, welcher einen Magneten (im Bild links oben) anspricht, eine Klappe (im Bild am unterem Bildrand, strukturierte Fläche mit Scharnier auf der rechten Seite) geöffnet werden, dies erzeugt einen wunderbaren Pfeifton, ähnlich wie bei einer Dampflok. Einfach Klasse!

Natürlich ist das Gebäude mit einer der tollen alten, grossen Glühlampen beleuchtet, so das auch Nachts gearbeitet werden kann. Eine Kochgelegenheit im Ergeschoss ist ebenfalls vorhanden, der Schornstein beweisst es. Leider hatten wir für diesen Bereich keine Erlaubnis Fotos zu machen…

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Hier noch ein kurzer Blick auf die ebenfalls sehr schöne Struktur des Gebäudes auf der Rückseite. Das Mauerweg ist erstklassig nachgebildet (man bedenke: das ist Blech!) und leicht gealtert! Wie bei alle Blechgebäuden üblich, ruht aus das Pfeifstellwerk auf einem Sockel.
Der Zahn der Zeit nagt auch gerne an disem Modell. So sind die Cellonscheiben eigentlich immer verzogen (auf den Bildern gut zu sehen), dies zeugt aber von der Originalität und stellt für den Tischbahner (oder besser Sammler?) kein Problem dar. Problematischer ist, dass der Gussrahmen im Gehäuse bei einigen Pfeifstellwerken Risse hat. Hier sollte beim Kauf darauf geachtet werden ein einwandfreies Exemplar zu bekommen.

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.