Besuch bei der Fahrergemeinschaft Tischeisenbahn

Tischbahn trifft Tischeisenbahn – ein Besuch bei der FahrergemeinschaftTischeisenbahn in Gaggenau Nach einem ersten kurzen Besuch Ende 2005 in Gaggenau, war es an der Zeit den Tischeisenbahnern um den Organisator […]

Tischbahn trifft Tischeisenbahn – ein Besuch bei der Fahrergemeinschaft
Tischeisenbahn in Gaggenau

Nach einem ersten kurzen Besuch Ende 2005 in Gaggenau, war es an der Zeit den Tischeisenbahnern um den Organisator Peter Berg wieder einmal einen Besuch abzustatten. Die Gelegenheit bot sich am zweiten Februar Wochenende 2007, diesmal fand das Treffen im Unimog Museum in Gaggenau statt. Die Anreise fand standesgemäß und pünktlich mit der Bahn statt. Das Unimog Museum ist ein sehr heller und moderner Bau und bietet sowohl auf der Ausstellungsfläche im Erdgeschoß wie auch im ersten Stock, dort befindet sich auch ein Tagungsraum der genutzt werden konnte, ausreichend Platz für den Aufbau verschiedener Tischbahnen.

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Ich hatte mein Erscheinen schon per Mail angekündigt und hatte einige Exponate im Gepäck. Die drei E63 (Märklin CE800/3001 in braun, grau und blau) entstanden auf Basis der Anleitung von Peter Berg und mussten natürlich bei ihm einmal vorgeführt werden. Weiterhin im Gepäck waren einige Werbewagen, natürlich aus den 50er und 60er Jahren. Hier war die Meinung der anwesenden Experten gefragt. Bei meinen beiden Planewagen “Pelz & Sohn” zeigte Peter Berg innerhalb weniger Sekunden seine Expertise: die Plane mit Märklin Aufdruck war umgedreht und neu bedruckt worden…. hm, hätte ich auch sehen können… nunja.

Neben der 6m langen Anlage der Fahrgemeinschaft Tischeisenbahn war auch wieder meine Lieblingsanlage, eine Werksanlage von 1956, zu sehen. Der Untergrund in hellem grau lackiert, Mittelleitergleise und Oberleitung sowie Brücke, ein exelentes Beispiel für Schaunanlagen dieser Zeit in einem traumhaftem Zustand. In Betrieb waren auf dieser Anlage u.a. SK800 mit 350er Wagen, die 346er Wagen und ein Güterzug mit Autos. Autos. Natürlich waren auch die Schuko Autos, vornehmlich mit Batteriebetrieb, im Einsatz. Sehr beeindruckende, einfache und effektive Technik.

Zu sehen waren weitere Märklin Schauanlagen von 1960 und 1969, beide mit den passenden Loks und Wagen aus dieser Zeit. Die Anlage von 1960 zeichnet sich durch einen vollautomatischen Betrieb aus und ist auch im Katalog von 1962/63 (Seite 10) abgebildet. Die Anlage von 1969 glänzt durch den gleichzeitigen Betrieb von bis zu vier Zügen auf einer Fläche von 1,2 x 2 Metern.

Aber die Veranstaltung in Gaggenau war kein reines Märklin Treffen (auch wenn ich es mir durch die Märklin Brille angesehen habe, Freunde anderer Hersteller mögen meine voreingenommenen Ausführungen entschuldigen). Im ersten Stock war zunächst noch die Karl Bub Tischbahn von Rainer Haug zu sehen. Rainer zeigte ebenfalls verschiedene Kaufhausbahnen von Herstellern wie Beckh, Distler, Grötsch, HWN und anderen. Größtenteils aus Blech gefertigt, drehten dort die verschiedensten Modelle (so auch beispielsweise eine Union Pacific) ihre Runden. Gleich gegenüber stand Holger H. Meinel mit einer Bub Spur S Anlage aus den 50er Jahren. Unermüdlich wurde hier Betrieb gemacht, teilweise in unglaublichen Geschwindigkeiten. Holger ist ein echter Kenner der Materie und fährt die Modelle auf Gleisen von American Flyer, die sind heute noch erhältlich. Verschiedene Gebäude auch Pappe und Blech sowie Lampen und Bäume vervollständigen die Anlage. Suchen Sie mal auf den Bildern die beiden Shell Öltanks… genial!

Ebenfalls im ersten Stock stand die Anlage von Ralf Ommer, eine Zeuke Spur 0 Anlage. Tolle Modelle im Betrieb, insbesondere die Uhrwerkmodelle machte richtig “Alarm” auf der Anlage. Auf einem der Güterwagen dieser Anlage wurde eine Kamera montiert, hier gibt es sicher bald einige tolle Filme zu sehen. Die Fahrgemeinschaft Tischbahn war mit ihrer Anlage ebenfalls im ersten Stock untergebracht und ich durfte dort bei Betrieb helfen, dafür an dieser Stelle nochmal mein Dank! Hat mir viel Spaß gemacht!!!

Auf dieser Anlage fuhren viele Raritäten, so war ein langer Zug mit Guß Kesselwagen eigentlich ständig auf Tour ebenso wie ein langer Zug mit 4515 Flachwagen mit zwei LKW, mal gezogen von einer Doppeltraktion von CCS800 und und 3015 oder einer DL800. Ein ST800 war ebenso auf der Strecke wie HS800, 3024, DT800, TW800 und viele andere. Gezeigt wurden auch SLR800, HS800, GS800, TWE700, 3025, TT800, TP800 usw. Der Wagenpark, neben der vielen Güterwagen, war ebenso beachtlich. Ein wunderbarer Primex Orient Express war zu sehen und wechselte sich mit einem Pullmann Zug (349er Wagen) mit 7 (!) Wagen ab. Ein Gastspiel gab auch die komplett aus Blech gefertigte Primex S-Bahn.

Integriert in die Anlage ist eine Stubbe-Schwebebahn. In leichtem Bogen führt die Strecke an jedem Ende zu einer Kehrschleife. Leider verstarb der Motor des Triebwagens am Samstag, so daß leider kein Betrieb mehr möglich war. Ein wenige Abseits war eine kleine HAMO Straßenbahn Vorführanlage aufgebaut. Ein Kreis mit einem Ausweichgleis erlaubt den Betrieb von zwei Zügen, wobei einer über die Schienen, der andere über die Oberleitung mit Strom versorgt wird. Passende Häuser aus den 60er Jahren kompletierten die Anlage. Die Anlage ist Schauanlagen für Händler aus den 60ern nachempfunden.

Im Erdgeschoß standen neben den Märklin-Werkanlagen von 1956, 60 und 69 die Billerbahnen von Jörg Dressel und Torsten Schirdewahn (er hatte mit 800km übrigens die weiteste Anreise) sowie eine kleine Anlage mit Märklin M-Gleis zum Spielen für die Kleinen. Die gezeigte Billerbahn ist wirklich ein interessantes Gebiet mit hohem Spielwert, der interessierte Leser möge den Links am Ende dieses Artikels folgen oder sich die Bildergalerie ansehen, beide Anlagen waren ständig gut besucht.

An beiden Tagen gab es im Ergeschoß kleine Verkaufsstände an denen sich der Besucher mit Second-Hand Modellbahnen von privaten Verkäufern eindecken konnte. Eine gute Kombination, so stand der Fahrbetrieb im Vordergrund, die Kaufleidenschaft konnte aber auch befriedigt werden. Dies alles ohne der Veranstaltung den Charakter einer Börse zu geben. Perfekt.

Zum Glück hatte ich meine Abreise am Samstag für 18 Uhr geplant um genug Zeit zu haben, doch es kam ganz anders. Beim Nachmittags-Bierchen mit Peter Berg und einem Angebot doch abends mit zum Essen zu kommen, warf ich den Plan kurzerhand um und bleib auch noch am Sontag in Gaggenau. Eine Unterkunft war schnell gefunden, Holger war in einer Pension untergebracht in der noch was frei war, noch dazu ca. 20 Schritte vom Restaurant am Abend entfernt, ich hatte keine Wahl. Am Abend waren alle Beteiligten Fahrer anwesend und wir haben bei leckerem Essen und einigen Drinks viele Geschichten ausgetauscht. Mir bot sich die Gelegenheit alle Anwesenden besser kennenzulernen, viele kannten sich natürlich schon untereinander. Aber das war kein Problem, ich wurde bestens aufgenommen.

So ging es am Sontag weiter mit viel Betrieb und ich lernte die Anlage der Fahrgemeinschaft besser kennen. Trotz der Anlage ist alles sehr einfach zu bedienen. 3 Trafos und zwei Schalter, das ist im wesentlichen alles. Sehr überschaubar. Der Zuschauer merkt es nicht, ist ist immer reichlich viel los auf der Anlage.

So und nun viel Spaß mit den Bildern, Videos und Links.

Links
http://tischeisenbahn.de
http://spur00.de
http://www.billerbahn.de
http://home.arcor.de/jtd-dressel/billerbahn/

Bildergalerie

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.