Zimmer mit Ausblick: die Stellwerke 473/6 und 473/12

Bereit 1936 erschien das kleine, mit sechs Tastern versehene, Stellwerk 473/6 in beiger Lackierung und einem wunderschön ovalem Gebäude. Das Titelbild des Kataloges von 1939 ziert ein solch ovales Stellwerk, […]

473_6.jpgBereit 1936 erschien das kleine, mit sechs Tastern versehene, Stellwerk 473/6 in beiger Lackierung und einem wunderschön ovalem Gebäude. Das Titelbild des Kataloges von 1939 ziert ein solch ovales Stellwerk, ein Schnellzug fährt unter dem Stellwerk durch. Leider läßt sich diese Situation auf der Tischbahn nicht nachstellen, da sich unter dem Stellwerksgebäude Taster zum Schalten von Weichen und Magnetartikeln befinden. Mit 10cm Höhe, einer Breite von 6cm und 16cm Länge ist das Stellwerk ein Blickfang auf jeder Anlage, insbesondere natürlich durch die wirklich ungewöhnliche, aber sehr moderne Formgebung.

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Jedem der sechs Taster sind zwei Buchsen auf der Rückseite des Stellwerkes zugeordnet. Zu dieser Zeit waren alle Weichen mit einspuligen Antrieben ausgestattet. Dies hatte den Nachteil, daß über den Taster keine eindeutige Stellung der Weichen auswählbar war. Sicher ein Kompromis aufgrund der damaligen knappen Materialien. In den ersten Jahren bis 1937, wurde das Stellwerk auch als 473 G/6 mit 7 Verbindungskabeln 490 ausgeliefert. Unter dem abnehmbaren Dach waren bis 1942 Halteblech für die Innenbeleuchtung angebracht.
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Ab 1945 wurde das Stellwerk wieder produziert, einziger Unterschied das Nachkriegsversion ist das fehlende Halteblech für die Innenbeleuchtung. Die Löcher im Boden sind jedoch weiterhin vorhanden, so daß der nachträgliche Einbau einer Beleuchtung kein Problem darstellt. In Sammlerkatalogen nicht erwähnt, so gibt es doch farbliche Unterschiede, insbesondere beim Dach, bei den Vor- und Nachkriegsproduktionen des Stellwerkes. Die Vorkriegsmodelle wirken im allgemeinen etwas dunkler.

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Der große Bruder mit 12 Tastern war unter der Artikelnummer 473/12 ab 1937 im Programm. Parallel war nur im Jahr 1937 die Version 473 G/12 mit 14 Anschlußkabeln verfügbar. Auf 24cm Länge konnten so 12 Magnetartikel betätigt werden. Die “Luxusausgabe” wurde leider schon 1939 wieder aus dem Programm gestrichen, dies begründet auch warum die große Version heute recht selten zu finden ist.

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Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.