Millionenfach gut: die Wagen der 327er Serie

Bereits mit dem Erscheinen der neuen Spurweite 00 im Märklin Programm, erhielt auch der zweiachsige Personenwagen der dritten Klasse mit der Artikelnummer 327 Einfahrt auf den Tischbahnanlagen. Wie damals üblich, […]

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Bereits mit dem Erscheinen der neuen Spurweite 00 im Märklin Programm, erhielt auch der zweiachsige Personenwagen der dritten Klasse mit der Artikelnummer 327 Einfahrt auf den Tischbahnanlagen. Wie damals üblich, wurden Rahmen und Aufbau komplett aus Blech gefertigt, die Fenster waren durchbrochen, ebenso die Türen an den beiden Plattformen am Ende des Wagens. Während das Dach grau lackiert war, wurde das Gehäuse in grün (mit verschiedenen Tönen im Laufe der Jahre) ausgeführt. Neben der Artikelnummer waren auch die Stirnseitenaufschriften “Märklin” in gelb ausgeführt.

Kleinere Änderungen waren während der Produktionszeit unvermeidlich, so wurden beispielsweise die jeweils aktuellen Kupplungen montiert. Waren die Stirnseiten der ersten Version noch verschlossen, so wurde bereits bei der zweiten Variante eine Öffnung durch umlaschen des Bleches eingeführt um die Kabel für die Innenbeleuchtung durchführen zu können. Weitere auffällige Änderungen betreffen nur noch die Federblätter der Achslager welche zunächst mit einem, später mit vier Federblättern ausgeführt waren.

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Für den Export in die USA wurde bei den Wagen 327 die Beschriftung der dritten Klasse (“3″), welche in weiß auf schwarzen Grund ausgeführt ist, mit schwarz übermalt. Ein weiteres Merkmal dieser Wagen ist die rote Stempelung auf der Unterseite. Beides ist recht leicht zu fälschen, so das bei dieser Variante Vorsicht geboten ist. Die hier gezeigten Stücke stammen aus einem Modellbahn Second-Hand Laden, der Zustand und der (sehr günstige) Preis lassen ziemlich sicher auf die Echtheit der Stücke schliessen.

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Die Produktion endete im Jahr 1950, das in der Zugpackung 0050 von 1985 gelieferte Modell ähnelt dem Wagen 327 sehr, wurde aber mit einer Inneneinrichtung ausgestattet und verfügt über eingesetzte Fenster. Diese Wagen sind heute zu recht günstigen Preisen zu finden und machen im Zusammenspiel mit den historischen Modellen einen sehr guten Eindruck.

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Passend zum Personenwagen 327 war auch ein Gepäckwagen im Angebot, dieser durchlief im Grunde die bereits beschriebenen Veränderungen während der Produktionszeit. Unter der Artikelnummer 328 sowie 328B (mit Innenbeleuchtung nur bis 1939 im Handel) wurde dieses Modell von 1936 bis 1950 produziert.

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Interessant am Gepäckwagen 328 sind die beiden unterschiedlichen Seiten des Wagens. Verfügt eine Seite über eine bewegliche Schiebetür, so ist diese auf der anderen Seite lediglich im Blech geprägt.

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Eng verwandt mit dem Personenwagen 327 ist der direkte Nachfolger mit der Artikelnummer 327/1. Von 1953 bis 1980 war diese Modell im Handel, zuletzt unter der Artikelnummer 4000. Die wenigsten dieser Wagen wurden wohl einzeln gekauft, vielmehr dürften die meisten dieser Wagen in einer Zugpackung über die Theken der Händler gewandert sein. Wurde dieses Modell zunächst mit Stummelachsen (1953) produziert, so folgte schnell die Umstellung auf Nadellagerachsen, wie bei dem hier gezeigten Modell von 1954/55.

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1956 wurde auf der Märklin-Tischbahn die 3. Klasse verbannt und alle ab diesem Zeitpunkt produzierten Wagen als 2. Klasse Wagen eingestellt. Die Artikelnummer wanderte bei den späteren Modellen von der Wagenmitte nach links zwischen den ersten beiden Fenstern, die Beschriftung “Ci 18t” wurde in “Bi 18t” geändert. 1958 wurde dann die Aufschrift 4000, entsprechend der an 1957 verwendeten vierstelligen Artikelnummern eingeführt. Hier das Modell von 1957.

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Einen richtigen “Hingucker” stellen die rotbraun lackierten Wagen 327/2 im Zugverband dar. Von 1953 bis 1956 wurden diese Wagen sowohl im Doppelkarton, wie auch in Zugpackungen mit der Uhrwerklok S870, angeboten. Lediglich im Jahr 1953 wurden bei diesen Wagen Stummelachsen verwendet, das hier gezeigte Modell hat einen leicht goldenen Glanz, welcher von einer Firnislackierung herrührt.

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Hier ein damals üblicher Doppelkarton für die roten Wagen 327/2.

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Die nachfolgende Variante mit Nadellagerachsen, hier ohne Firmislackierung, aus den Jahren 1954 bis 1956.

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Auf Basis des 4000er Modells wurde verschiedenste Sondermodelle produziert. Die Verwandschaft zum Modell 4040 soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Man kann wohl ohne Untertreibung sagen, daß diese Wagen auf jeder Märklin Anlage zu finden waren (und wahrscheinlich auch sind), auch wenn es, wie bei vielen anderen Artikel, ebenfalls bei diesem Modell einige Exoten gibt.

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Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.