Stückgut Schnellverkehr, meist im Doppelpack

Mit der Einführung von Thermoplast Gehäusen im Jahre 1951 wurde eine recht erfolgreiche Ära von preiswerten Modellen eingeleutet. Das Fahrwerk wurde aus Stahlblech gefertigt, die Wagen bestanden aus nur sehr […]

Mit der Einführung von Thermoplast Gehäusen im Jahre 1951 wurde eine recht erfolgreiche Ära von preiswerten Modellen eingeleutet. Das Fahrwerk wurde aus Stahlblech gefertigt, die Wagen bestanden aus nur sehr wenigen Einzelteilen. Waren zunächst nur ein Niederbordwagen (305), ein Kühlwagen (307) und der Weinwagen (308) verfügbar, so wurden bereits ein Jahr später zwei neue Formen, ein Kesselwagen und ein gedeckter Güterwagen, angeboten und das Angebot konnte so auf neun verschiedene Wagen ausgedehnt werden, Beschriftungsvarianten mitgezählt.

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Mit der Artikelnummer 306/2 wurden zum Preis von 3,75 DM ein brauner, gedeckter Güterwagen mit diagonaler Aufschrift “Stückgut Schnellverkehr” angeboten. Der zweiachsige Wagen hat eine Länge von 10cm und wurde unter der Artikelnummer 306/1 für “nur” 3,50 DM auch unbedruckt angeboten. Nun ist dieser Wagen an sich nicht als spektakulär zu bezeichnen und wird auch heute noch recht günstig auf Modellbahnbörsen angeboten. Trotzdem lohnt es sich einen näheren Blick auf dieses doch sehr schöne Modell zu werfen, zum einen prägten diese Wagen das Bild des Zugverkehrs in den 50er Jahren zum anderen ist dieses Motiv auch auf dem Museumswagen aus dem Jahre 2009 zu finden.

Hintergrundinformationen zum Vorbild dieser Wagen finden sich in einem Wikipedia Artikel.

Vom Wagen 306/2, welcher ab 1957 unter der Artikelnummer 4507 angeboten wurde, sind lediglich zwei Produktionsvarianten bekannt. Von 1952 bis 1954 wurde die erste Serie dieser Wagen mit Stummelachsen ausgestattet. Die zweite, bis 1957 produzierte, Serie erhielt Nadellagerachsen. Die Beschriftung wurde mittels einer Schablone aufgespritzt, da dies in Handarbeit geschah sind hier Abweichungen zu finden. Leider sind heute bereits einige dieser schönen Wagen verzogen da der verwendete Kunststoff altert, im folgenden Bild ist dies beim oberen Wagen deutlich zu sehen.

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Interessanter und vielfältiger sind da fast noch die Verpackungen zu diesen Wagen. Die erste Serie diese Wagen wurde im roten Rautenkarton mit der Aufschrift “2 ST 306/2″ ausgeliefert. Dieser Karton ist von 1952 bis 1956 verwendet worden und somit wurden fast alle Wagen dieser Bauart in einem solchen Karton verkauft.

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1957, mit der Einführung von vierstelligen Artikelnummern ab 1. Januar des Jahres, wurde dieser Rautenkarton mit “2 ST 4507″ beschriftet. Dieser Karton ist deutlich seltener zu finden.

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Nur kurze Zeit wurde dieser Wagen auch einzeln in einem roten Bilderkarton verkauft. Der hier gezeigte Karton wurde im Januar 1957 hergestellt, somit dürften Rautenkartons wie zuvorbeschrieben nur kurze Zeit während der Umnummerierung aus Restbeständen gefertigt worden sein.

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Als kleine Abwandlung des Stückgut Schnellverkehrs sei an dieser Stelle noch ein Werbewagen auf Basis des gedeckten Güterwagen 306/1, also dem direkten Verwandten des Stückgut Schnellverkehrs, erwähnt. Mit der diagonalen Aufschrift “Abendpost” fügt sich dieser Wagen fast nahtlos in den Zugverband ein.

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Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.