Scharfes Stück: das MÄRKLIN Taschenmesser

Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft… das haben sich sicher auch die Verantworlichen in der MÄRKLIN Werbeabteilung gedacht als sie – vermutlich in den 50er / 60er Jahren – […]

Kleine Geschenke erhalten ja bekanntlich die Freundschaft… das haben sich sicher auch die Verantworlichen in der MÄRKLIN Werbeabteilung gedacht als sie – vermutlich in den 50er / 60er Jahren – das hier gezeigte Taschenmesser in Solingen produzieren liessen.

Neben dem für den MÄRKLIN Sammler natürlich beachtenswerten Aufdruck, ist die für die damalige Zeit typische, sehr hochwertige, Ausführung des Messers beachtenswert. Neben den Klingen und der mechanischen Ausführung ist hier der mit Perlmut besetzte Griff hervorzugeben, welcher dem Stück ein sehr edles Aussehen verleiht. Natürlich gehört eine aus braunem Leder gefertigte Hülle dazu, diese unterstreicht noch die gesamte hohe Qualität des Messers.

In Werbemittelkatalogen ist dieses Messer nicht aufgeführt, es ist zu vermuten das es nur in kleinen Stückzahlen an gute Geschäftspartner und Freunde des Hauses Märklin abgegeben wurde.

Die Firma E. Bonsmann in Solingen, das E. steht hier bei für Ernst. Gegründet wurde die Firma 1866 und außer einem vielfältigen Sortiment von Schneidwaren hatte die Firma einen ausgezeichneten Ruf für chirurgische und veterinärmedizinische Instrumente (z.B. Skalpelle). 1915 erfolgte die Betriebsaufteilung in 2 Geschäftsbereiche mit unterschiedlichen Programmen:

Geschäftsbereich 1: Scheren, Taschenmesser, Rasiermesser, Rasierapparate, Schneidwaren, Nagelklipser
Geschäftsbereich 2: chirurgische Instrumente, veterinärmedizinische Instrumente

Als Markenzeichen für die verschiedenen Artikel sind von der Firma E. Bonsmann geschützt worden:

  • ein einzelner Anker in einem Oval, das aussen mit sternenförmigen Strahlen umgeben ist
  • ein Nähkorb
  • drei Anker in einem schildförmigen Wappen

Die drei Anker finden sich auch auf dem MÄRKLIN Taschenmesser – die Firma nutze auch den Namen “Dreianker” im Zusammenhang mit diesem Zeichen.

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.