Abgerechnet: Kassenblock aus den 60ern

Das waren noch Zeiten am Tresen der Spielwarengeschäfte. Nicht nur das die vielen tollen Modelle dieser Zeit zum greifen nah in den Regalen lagen, auch lachte damals noch das Bargeld. […]

Das waren noch Zeiten am Tresen der Spielwarengeschäfte. Nicht nur das die vielen tollen Modelle dieser Zeit zum greifen nah in den Regalen lagen, auch lachte damals noch das Bargeld. An Zahlungen mit EC- oder Kreditkarten war noch nicht zu denken und Kassenzettel kamen noch nicht aus den Druckern der damals noch mechanischen Kassen.

Trotzdem wurde dem Kunden natürlich alles auf Papier dokumentiert: praktische Kassenblöcke waren das Mittel der Zeit. Heute hat man mitunter das Glück ein altes Modell zu erwerben bei dem eine solches Papier noch vorhanden ist – ein schönes Stück Zeitgeschichte das die Geschichte des Modells dokumentiert. Aber komplette Kassenblöcke sind natürlich für den Sammler von exotische Märklin Devotionalien etwas ganz besonderes.

Die hier gezeigten Blöcke stammen aus dem Laden der Firma Georg Gundlach aus Bingen am Rhein und wurden von der Druckerei Esser hergestellt. Rückseitig sind die Seiten mit einem Märklin Schriftzug und dem Motiv der damals sehr beliebten V200 (3021) bedruckt. auf der Vorderseite ist natürlich reichlich Platz für die Auflistung der Artikel und der Preise. Unten auf der Seite ist einerseits die Nummer des Kassenblocks, aber auch die beiden zusammengehörenden Blätter für den Kunden und den Händler zusammengehörend, nummeriert. Die schwarz bedruckte Seite wurde vom Verkäufer beschriftet und dem Kunden übergeben, die rot bedruckte Seite verblieb zur Dokumentation und Abrechnung beim Händler. Ein Blatt Blaupapier für die Durchschläge vervollständigt den Kassenblock.

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.