Aufgesetzt: der Zusatzbügel 800 ZB

Bereits mit der Einführung der Spur 00 wurde von Märklin ein komplettes Sortiment für die Tischbahn angeboten. Lokomotiven, Wagen, Gleise und Zubehör wie Gebäude, Signale, Brücken waren in verschiedensten Ausführungen verfügbar, mit einer Ausnahme. Auf eine funktionsfähige Oberleitung mussten die frühen Tischbahner noch bis 1938 warten.

Die von 1938 bis 1947 angebotenen Masten der Oberleitung waren zunächst 10cm hoch. 1948 wurde die Oberleitung auf 11cm erhöht, begründet wurde dies im Nachtragkatalog D47 mit den neu eingeführten Pantographen für die Elektrischen Lokomotiven und der verbesserten Ausführung der Oberleitungsmasten. Dies führte natürlich dazu, dass die alten Lokomotiven mit alten Pantographen nicht mehr an die neue Oberleitung heranreichten – es fehlten einfach ein paar Millimeter.

Abhilfe brachte der ebenfalls 1948 eingeführte Zusatzbügel 800 ZB. Für nur 50.- Pfennige konnten so auch die alten lokomotiven unter der neuen Oberleitung betrieben werden. Allerdings musste eine ganze Mark je Lok investiert werden, da ja alle Lokomotiven mit zwei Pantographen ausgestattet waren.

Übrigens konnten auch die alten, niedrigen Masten weiterverwendet werden. Diese konnten mit der Mastverlängerung 407 MV auf die Höhe der neuen Masten gebracht werden.

Für den recht simplen 800 ZB gab es eine kleine Anleitung die nochmals genau die Montage und den Einsatzzweck beschreibt.

Hier ein montierter 800 ZB auf einer RS 800:

15 Kommentare zu “Aufgesetzt: der Zusatzbügel 800 ZB

  1. Hallo Frank,

    wieder mal ein hervorragender Bericht. Danke dafür, die OL-Teile kannte ich bislang noch nicht, sehr interessant.
    Viele Grüsse,
    Claus

  2. Verwunderlich, dass man glaubt nach 35 Jahren sammeln kenne man alles. Diese website erstaunt mich immer wieder. Ich habe vor vielen Jahren auf meiner Anlage das Problem im Selbstbau gelöst. Ähnlich, aber nicht so schön. Naja, eben nicht von Märklin

    Grüße Franz

  3. Hallo Frank, wieder ein toller Bericht.

    Mein seliger Vater löste das Problem vor 60 Jahren anders. Er sägte kleine Holzklötzchen in der Größe des Sockels der Obersleitungsbügel und schraubte diese mit einer längeren Schraube M2 unter den Bügel. Damit reichte dieser nun wieder an die Oberleitung heran.

    Optisch -wie ich glaube- sogar die schönere Lösung, aber natürlich nicht original Märklin.

    Viele Grüße Stefan

  4. Hallo Frank,

    mein Vater half in den 50er Jahren als nebenberuflicher Verkäufer beim damals sehr bekannten Fachgeschäft “Spielzeugonkel” in der Goethestraße in Frankfurt am Main an den Samstagen vor Weihnachten aus. Er lernte dort Kunden kennen und baute für diese Märklin Modellbahnen.

    Größtes Projekt war die starke Erweiterung und Neugestaltung einer Märklin-Bahn des holländischen Konsuls van Hazebrouck, wohnhaft seinerzeit in der Forsthausstraße in Frankfurt am Main. Dieser sehr reiche Herr hatte schon viel vorhandenes Märklin-Material, welches mein natürlich Vater weiterverwendete. Daher auch der Umbau der alten Ellok mit den Klötzchen. Obwohl ich einige Modellbahnfotos aus dieser Zeit besitze, ist leider nirgends eine solche umgebaute Lok zu sehen.

    Eine Episode am Rande : als kleiner Bub waren ich einmal bei Familie van Hazebrouk zu Gast und stand staunend vor dieser riesigen Anlage, denn so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Damit ich mich überhaupt losreißen konnte, erlaubte mir Herr van Hazebrouck, einen Wagen auszusuchen und mitzunehmen. Ich glaubte den Schotterwagen 4610 zu wählen, den wünschte ich mir, weil man dort die Entladeklappen öffnen konnte. Erst zu Hause merkte ich, daß der Wagen gar keine Entladeklappen besaß. In Unwissenheit hatte ich mir den Vorgänger, den Wagen 367, ausgesucht. Nun war ich sehr enttäuscht.

    Diesen Wagen habe ich dann später mit Klassenkameraden vertauscht, weil ich ihn nicht so sehr mochte. Doch als der eine Klassenkamerad die Lust an der Eisenbahn verlor, kam er schließlich doch auf Umwegen wieder zu mir zurück und befindet sich nun erneut seit rund 40 Jahren in meinem Besitz. Auch wenn es sentimental klingt, an diesem eher einfachen Wagen hängen so viele Erinnerungen, daß er unverkäuflich ist.

    Um 1975 herum ging die Familie van Hazebrouck dann wieder zurück in die Niederlande und der Konsul fragte meinen Vater an, ob er die Anlage haben wolle. Ich war Feuer und Flamme, doch mein Vater meinte : was willst du nur mit dem alten “Kerschel” (Frankfurterisch für Gerümpel) und lehnte ab.

    Was danach aus der Anlage wurde weiß ich nicht.

    Vieleicht existiert sie ja noch und ein Mitglied dieses Forums kennt sie und kann mir Auskunft geben.

    Viele Märklin Grüße Stefan

  5. Eine sehr schöne “Märklin”-Geschichte… danke, Stefan, für deinen Bericht.

    Das Geschäft “Spielzeugonkel” (Besitzer Walter Ludwig) habe ich noch sehr gut in Erinnerung. Es war eines der zahlreichen Spielwaren-Fachgeschäfte in Frankfurt die es nicht mehr gibt. Die Eisenbahnabteilung befand sich im Untergeschoss (Keller). Der Sohn von Herrn Ludwig bediente dort.

    Viele Grüsse und Gute Nacht.

    arokalex

  6. Hallo Herr Burkhard,
    Vielleicht können Sie ja die “alten Fotos” dieser großen Anlage mal veröffentlichen.

    Ich kenne eine solche “Riesen Anlage “aus den frühen 50ern,und Sie steht auch noch in Ffm…
    Grüße
    AS

  7. HalloAndreas,

    das wäre ja ganz toll. Aber eine Frage, hat die Anlage die Sie kennen ausgebaute Mittelleiter?

    Ich habe mit Frank schon gesprochen, und wahrscheinlich klappt es mit den Bildern nach der Vorführung in Gaggenau.

    Viele Grüße Stefan

  8. Hallo,

    für den “800 ZB” gab es neben der gezeigten auch noch weitere Anleitungen von späteren Auflagen. Bekannt sind mir noch

    “ON 11 48 r”

    und

    “”TN 0749 r”.

    Demnach sind mindestens drei Serien gefertigt worden. Lange war der 800 ZB nicht im Programm. Das letzte Angebot dieses Artikels erfolgte wohl in der Preisliste “Richtpreise SCHWEIZ 1950/1” (“R 0250 r”) für den (Vorjahres-) Katalog D 49, gültig ab dem 01.03.1950.

    Mit vielen Grüßen,

    Bodo Schenck

  9. Hallo ,
    die ZB und die Gebrauchsanweisung sind schön anzusehen. Waren die Teile in einem Karton oder in einer Tüte verpackt? Den beiden, abgebildeten Zetteln nach dürfte sowas zur Hand sein.
    Tut mir leid, aber Verpackungen haben es mir irgenwie…….
    Gruß Thomas Gerke

    1. Hallo Thomas,

      einen Karton kenne ich zu dem 800 ZB nicht, ich vermute auch eher eine Tüte… vielleicht hat ein Leser so ein Stück noch in der originalen Verpackung…?

      Frank

  10. Hallo Andreas,

    > können Sie mir ein Bild der Ihnen bekannten Anlage zumailen?

    Die alten Fotos der historischen Modellbahnanlagen meines Vaters hat Frank in Gaggenau abfotografiert und Peter Berg anschließend noch eingescannt.

    Viele Grüße

    Stefan Burkhard

  11. Hallo Hr.Burkhard,

    leider habe ich KEIN Bild von dieser Anlage,wenn ich bei nächster Gelegenheit die Anlage sehe werde ich welche machen…
    Die Anlage steht zwar in einem Museum(in FFm),dieses ist aber nicht mehr öffentlich zugänglich…der Verfasser dieser Seiten kennt aber den Besitzer der Anlage ebenfalls…oder sie setzen sich mit mir mal in Verbindung ( studio@allstar-tattooz.de)

    Grüße
    AS

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.