Kühl- oder Bierwagen, das ist hier die Frage…

Mit der Artikelnummer 4508 fand sich über viele Jahre ein Kühlwagen in verschiedenen Ausführungen in den Märklin Katalogen. Waren die ersten Versionen noch mit einem schrägen, rotem Aufdruck „Kühlwagen“ versehen, so wurde dieser später durch ein Schiebebild mit schwarzer und auch kleinerer Schrift ersetzt. Leider sind diese Schiebebilder recht empfindlich, da insbesondere bei diesem Wagen durch das Holzmuster der Seiten keine ebene Fläche bietet. Sehr gut erhaltene Exemplare dieses Wagens erzielen zwar keine Höchstpreise, sind aber recht selten zu bekommen.

4508-Bierwagen

Im Jahre 1961 wurde, vermutlich von einem Händler in Eigenproduktion, eine kleine Serie dieser Wagen mit den Aufschriften von Bierherstellern auf dem Dach versehen. Die hier gezeigten Wagen wurden gemeinsam bei einer Auktion erstanden und wurden vom Vorbesitzer vermutlich in dieser Zusammenstellung erworben. Alle Kartons sind mit dem Datum September 1961 bedruckt, somit ist das Produktionsjahr sehr genau zu bestimmen.

Update April 2012: Es ist nun auch ein Wagen mit schräger, lackierter Aufschrift Kühlwagen aufgetaucht. Es ist also zu vermuten, dass noch weitere Varianten dieser Wagen im Umlauf sind.

3 Kommentare zu “Kühl- oder Bierwagen, das ist hier die Frage…

  1. Frühe Wagen dieses Typs, darunter insbesondere die mit dem schrägen roten Schriftzug neigen zur Materialschrumpfung im Gehäuse. Diese ist manchmal nicht sehr auffällig, kann aber bis zu langen Rissen entlang den Gehäuseecken fortschreiten. Am besten lässt man Tageslicht auf den Stirnseiten reflektieren und erkennt somit sehr leicht, ob die Fläche verzogen ist. Manchmal brechen auch die Laschen hinter den Pufferbohlen oder es fehlen Gehäusezapfen. Jedes dieser Phänomene ist im Prinzip ein Todesurteil, weil dieser Vorgang nicht rückgängig zu machen ist. Meine Versuche, mit Heißluft solche Gehäuse wieder in Form zu bringen, hatten anfangs Erfolg, aber das Material findet in die alte Form zurück – also für die Katz. Die Chassis sind in aller Regel höchstens von Flugrost heimgesucht. Man könnte sie sammeln und später mal einen Hersteller ausfindig machen, der dafür ein ganz ähnliches Gehäuse anbietet. Dann bitte im Stil der 50er und 60er, aber warum nicht als Aufbauvariante? Es gab bei den Vorbildern unterschiedliche Lattung und Lüftungen. Das ist mit den heutigen Mitteln eigentlich keine große Herausforderung. Wenn jemand mitgestalten mag…, ich hätte Spaß daran.

  2. Die Materialschrumpfung beruht auf entweichen des sgn. Weichmachers im Plastik; sie kann tatsächlich nicht rückgängig gemacht werden. Der Vorgang wird verzögert indem man diese Wagen sehr kühl aufbewahrt, also ganz im Gegensatz zu Gussmodellen!

  3. Im Katalog von 1952 ist der Kühlwagen mit 307 (4508) mit dem hohen Wagenkasten des 306/1 (4505) abgebildet. So ein Wagen ist mir aber bisher nicht begegnet, wahrscheinlich hat Märklin hier einen Prototypen im Katalog abgebildet. Wer weiß Genaueres?

    24 Jahre! später gab es dann unter der Primex-Nummer 4543 doch noch diesen Kühlwagen mit dem hohen Dach, wie übrigens unter der Nr. 4544 auch den gelben Bananenwagen. Der Primex 4543 wurde aber nur 3 Jahre hergestellt und ist deshalb nicht allzu häufig, vom Preis her sicher noch ein “Geheimtip”.

    Der Wagenaufbau mit dem niedrigen Dach war 1975 letztmalig im Angebot, warum er dann 1976 mit hohem Dach erscheint, kann nur vermutet werden. Eventuell war die “niedrige” 4-fach Spritzform verschlissen. Soweit ich weiß, war es der erste Wagen der 45er Serie mit Kunstoffaufbau, welcher aus dem Märklin Programm entfiel.

    Viele Grüße Stefan Burkhard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.