Der Märklin Fahrdienstleiter [469]

Der Fahrdienstleiter ist schon ein seltsamer Geselle… Zu gross geraten für die Spur 00/H0 und eigentlich geschaffen für die Spurweiten 0 und 1, fand er aber auch den Weg in das Programm der kleinen Spurweite. Der Dienstbeginn des ersten Fahrdienstleiters datiert auf das Jahr 1937. Auf einem olivgrünem Sockel von […]

Der Fahrdienstleiter ist schon ein seltsamer Geselle… Zu gross geraten für die Spur 00/H0 und eigentlich geschaffen für die Spurweiten 0 und 1, fand er aber auch den Weg in das Programm der kleinen Spurweite.

Der Dienstbeginn des ersten Fahrdienstleiters datiert auf das Jahr 1937. Auf einem olivgrünem Sockel von 10,5 x 5 cm Größe, tat er bis 1942 treu seinen Dienst auf den Tischbahnen der Vorkriegsjahre.

Im Jahr 1945 und 1946 war er wieder anzutreffen und wurde im Jahr 1947 auf einen frisch gestrichenen hellbraunen Sockel versetzt. Diese zweite Dienstzeit dauerte bis 1949. 1950 wurde der Arbeitsvertrag nochmal um ein Jahr verlängert, leider war dies wieder mit der Versetzung an einen neuen Standort, diesmal ein grauer Sockel, verbundenFahrdienstleiter - Technik.

Die technische Ausrüstung war recht bescheiden, neben einem Signallicht gab es lediglich den durch einen magnetischen Antrieb (gleiche Bauform wie bei den Weichen dieser Zeit) angetriebenen rechten Arm mit einer Kelle.

Während seiner gesamten Dienstzeit wohnte der Fahrdienstleiter in einer kleinen, bescheidenen Hütte. Diese war liebevoll orange gestrichen und mit einem blauen Flachdach versehen. Die Sommermonate verbrachte er aber oft in einer braunen Pappschachtel. Die pralle Sonne lag ihm nicht so sehr und er bevorzugte das Kunstlicht in den kalten Monaten, am liebsten unterstützt von einigen Weihnachtskerzen unterm Tannenbaum.

Fahrdienstleiter - Technik
Heute ist der Fahrdienstleiter leider nur sehr selten anzutreffen, meist sind ihm die langen Dienst- und Rentenjahre deutlich anzusehen. Das hier gezeigte Exemplar hat die Zeit aber recht gut überstanden…

Übrigens hatte der Fahrdienstleiter noch einen Kollegen, dieser verfügte aber nicht über einen elektrischen Anschluss und musste von den Kollegen mechanisch in Bewegung gesetzt werden. Mit der Artikelnummer 2283 entstammte dieser Kollege aber mit Sicherheit dem Programm der größeren Spurweiten 0 und 1 und tat auch nur in den Jahren 1938 und 1939 auf den Spur 00 / H0 Anlagen Dienst.

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.