RM800 – fast eine Baureihe 24

Die von 1950 bis 1954 produzierte RM800 spiegelt sehr gut den damaligen Stand der Technik wieder. Die Proportionen stimmen im wesentlichen und mit etwas gutem Willen kann man die BR24 als Vorbild erkennen. Leider war damals weder eine maßstäbliche Umsetzung machbar, noch wurden alle markanten Merkmale im Modell umgesetzt. Das […]

rm800-1.jpgDie von 1950 bis 1954 produzierte RM800 spiegelt sehr gut den damaligen Stand der Technik wieder. Die Proportionen stimmen im wesentlichen und mit etwas gutem Willen kann man die BR24 als Vorbild erkennen. Leider war damals weder eine maßstäbliche Umsetzung machbar, noch wurden alle markanten Merkmale im Modell umgesetzt.

Das Vorbild der RM800, die Baureihe 24, wird auch oft als Steppenpferd bezeichnet. Das Vorbild wurde von der DRG (Deutsche Reichsbahn) beschafft und war auch noch nach dem Krieg im Einsatz.

Das Modell der Baureihe 24 weiss leider nur Ähnlichkeiten mit dem Vorbild auf, heutzutage würde man wohl nicht von einem Modell sprechen. Aber hier geht es ja um ein einige Jahrzehnte altes Stück, da übt der Tischbahner schon mal Nachsicht. Das Stück fährt und ist aus Guss, was will man mehr.
Neben dem zu dick geratenem Kessel, fällt sofort das fehlen der Vorlaufachsen ins Auge. Letzteres ist zunächst einigermassen unverständlich, hatten doch viele Modelle dieser Jahre bereits Vorlaufachsen. Mangelndes Know-How kann also nicht der Grund sein. Ein Blick unter den Kessel bringt die Lösung hervor: Das Fahrgestell ist identisch mit der E-Lok RSM 800, so konnte die Produktion vereinfacht werden. Aus diesem Blickwinkel ein guter Kompromiss. Von den drei Stirnlampen sind zwei mit Lampen ausgestattet, die dritte ist leider eine Dummy.

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rm800-2.jpgDas Modell wurde während der kurzen Produktionszeit nur unwesentlich verändert. Zunächst musste der Tender aus Guss im Jahre 1953 dem Nachfolger aus Kunststoff weichen, sicher auch aus Kostengründen. Eine echte Verbesserung stellte dann aber die dritte Version ab 1954 mit Haftreifen dar, nun konnten einige Wagen mehr gezogen werden. Sicher ein echter Gewinn für jede Tischbahn.

In der typischen, roten Rautenverpackung der 50er Jahre überstanden leider nur wenige Exemplare die Jahre in einem guten Zustand. Eher als Einsteigermodell konzipiert mussten die meisten Stücke über viele Jahre einen harten Dienst erfüllen, oft bis auf den Schrottplatz.

Die Baureihe 24 verschwand aber nur für kurze Zeit aus dem Märklin Programm. Im Jahr 1956 bereits erschien die FM800 / 3003, diesmal aber mit einem kompletten Kunststoffgehäuse für Lok und Tender und den notwendigen Vorlaufachsen. Aber das ist eine andere Geschichte…

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.