Preiswerter Einstieg für Sammler: die Wagen 305

Das Sammeln alter Modelleisenbahnen muss nicht tiefe Löcher in die Haushaltskasse reissen. Auch mit einfachen Modellen lässt sich eine interessante Sammlung aufbauen, sind doch grade ältere Modelle die vor vielen Jahren preiswert waren heute nur noch schwer in einem sehr guten Zustand zu bekommen. Ein schönes Beispiel sind die beiden […]

Das Sammeln alter Modelleisenbahnen muss nicht tiefe Löcher in die Haushaltskasse reissen. Auch mit einfachen Modellen lässt sich eine interessante Sammlung aufbauen, sind doch grade ältere Modelle die vor vielen Jahren preiswert waren heute nur noch schwer in einem sehr guten Zustand zu bekommen. Ein schönes Beispiel sind die beiden Niederbordwagen 305 im Doppelkarton die ich im folgenden vorstellen möchte.

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Der relativ kleine und unscheinbare Karton fiel mir auf einer Börse in Berlin auf. Oft sind solche Kartons in schlechtem Zustand, doch dieser sah noch sehr gut aus. Ein Blick auf den Inhalt brachte sogar zwei sehr schöne, braune Niederbordwagen der ersten Generation mit Stummelachsen zum Vorschein. Die Wagen wurden mit Sicherheit zu Millionen produziert, waren Sie doch auch in vielen Startpackungen zu finden, leider sind die meisten Modelle stark bespielt umso erfreulicher war es zwei so schöne Stücke zu finden.

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Ich konnte mich glücklicherweise auch schnell mit dem Verkäufer einigen und für unter 10 Euro wechselte das Set den Besitzer. Sammeln muss also nicht teuer sein.

p1110243.JPGZu beachten ist neben dem möglichst guten Zustand der Wagen, auch der Zustand des Kartons. Einrisse oder Beschriftungen sind ebenso wie verrostete oder ausgerissene Klammern an den Ecken ein Grund den Preis zu mindern, ist der der Karton deutlich seltener zu finden wie die passenden Wagen. Auch ist darauf zu achten, daß Ober- und Unterseite des Kartons zusammenpassen, bei diesem Exemplar wurde sogar nur einen Seite der Banderole geöffnet, so das kein Zweifel an der Originalität besteht.

Häufig werden Karton auch mit unterschiedlichen oder falschen Modellen bestückt. Hier hilft ein Blick in die einschlägige Sammlerliteratur.

Welcher Preis für ein solches Set zu zahlen ist kann nur jeder Sammler für sich selbst entscheiden, laut Katalog wäre das je 8 Euro für einen Wagen, zuzüglich des Kartons.

Die hier gezeigten Wagen der ersten Serie wurden von 1951 bis 1954 gebaut, erkennbar an den Stummelachsen. Ab 1955 wurden Nadellagerachsen verwendet, 1958 wurden Kupplungen mit Vorentkupplung sowie ein rotbrauner Wagenkaste eingeführt. Bis 1976 wurden insgesamt 8 verschiedene Versionen dieses Wagens hergestellt, aber auch im Primex Programm finden sich verschiedene Wagen auf Basis dieser Form, also ein preiswertes aber auch umfangreiches Sammelgebiet , nicht nur für Einsteiger!

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.