Blechkunstwerk: die Tunnellandschaft in Spur 00

Im Programm der Firma Märklin fanden sich schon immer komplette Sortimente, so wurden zu den Eisenbahnen auch immer passende Bahnhöfe, Stellwerke, Signale oder auch Tunnel angeboten. Solche Tunnel – welche ja eigentlich meist ein Gebirge darstellen sollen – sind natürlich in den Möglichkeiten der Nachbildung für die Tischbahn etwas eingeschränkt. […]

Im Programm der Firma Märklin fanden sich schon immer komplette Sortimente, so wurden zu den Eisenbahnen auch immer passende Bahnhöfe, Stellwerke, Signale oder auch Tunnel angeboten. Solche Tunnel – welche ja eigentlich meist ein Gebirge darstellen sollen – sind natürlich in den Möglichkeiten der Nachbildung für die Tischbahn etwas eingeschränkt. Dies gilt in erster Linie für den Platzbedarf, aber auch Kosten- und Fertigungstechnische Herausforderungen waren zu meistern. So sind die meisten „Tunnel“ auch in der Tischbahn Spurweite 00 meist nicht viel mehr wie eine „Durchfahrt mit Berg Charakter“.

Die kleineren Tunnel der Spur 00 wurden bereits in dem Artikel „Mit Durchblick: Tunnel für die Spur 00“  vorgestellt, Informationen zum größten von Märklin gefertigten Tunnel für die Tischbahn Spur 00 finden Sie in dem Artikel „Handarbeit: der Tunnel 453

Für die Großen Spurweiten I und II wurde eine Tunnellandschaft in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg angeboten, ein Exemplar dieses Tunnels wird in der Sommerauktion 2014 des Auktionshauses Hohenstaufen angeboten.

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Mit freundlicher Genehmigung: Auktionshaus Hohenstaufen

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Mit freundlicher Genehmigung: Auktionshaus Hohenstaufen

Glücklicherweise gibt es aber heute noch echte Handwerker, oder besser Künstler, die in der Lage sind einen solchen Tunnel zu fertigen, mit passenden Serpentinen, Aussichtspunkten, Burgruine und einer Brücke über dem Tunneleinschnitt. Und dies sogar in der kleinen Tischbahn Spurweite 00:

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Der hier gezeigte Tunnel stammt aus einer Werkstatt in einem östlichen europäischen Land und ist der Tunnelandschaft für die Spurweiten I und II nachempfunden. Wie auf den Bildern zu sehen ist, geht dies soweit, das einige Details und Proportionen sogar noch glaubwürdiger gestaltet wurden – soweit dies bei dem sehr begrenztem Raum möglich ist.

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Der komplette Tunnel ist aus Blech gefertigt und aus vielen Einzelteilen zusammen gelötet und anschließend aufwändig lackiert worden. Die Bäume sind aus Guss und werden in entsprechende Halterungen eingesteckt.

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Rund um den Berg führen Wege zum Gipfel auf dem sich eine Burg befindet. Über den Gebirgseinschnitt führt eine Brücke von einer Seite zur anderen. Eigentlich schade, dass ein solcher Tunnel nicht in den Märklin Katalogen der Spur 00 zu finden war…

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Auch wenn die „Hardcore-“ Märklin Sammler nun argumentieren könnten: ist ja kein Original…. Ja, das stimmt. Aber beeindruckend ist dieses Kunstwerk in jedem Fall und mit einem Tunnel aus Pappmache und Zeitungspapier oder gar einem Kunststoffprodukt aus den 60ern natürlich nicht zu vergleichen…

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Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.