Abgehoben: Märklins JU52 aus Blech

Das Titelbild des Märklin Kataloges aus dem Jahre 1936, welches von dem Österreichischen Maler Josef Danilowatz gestaltet wurde,  zeigt einige technische Neuerungen: zunächst im Vordergrund auf der Strasse ein „Silberpfeil“ aus dem Hause Auto Union. Autorennen waren damals recht populär und konnten mit den verkleinerten Modellen aus dem Hause Märklin […]
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Titelbild Märklin Katalog D13 – 1936/37

Das Titelbild des Märklin Kataloges aus dem Jahre 1936, welches von dem Österreichischen Maler Josef Danilowatz gestaltet wurde,  zeigt einige technische Neuerungen: zunächst im Vordergrund auf der Strasse ein „Silberpfeil“ aus dem Hause Auto Union. Autorennen waren damals recht populär und konnten mit den verkleinerten Modellen aus dem Hause Märklin auch zuhause nachgespielt werden. Auf dem Gleis sehen wir einen Henschel-Wegmann-Zug, dieser erschien leider nie als Märklin Modell – zumindest nicht in den 30er Jahren – es existiert aber ein Prototyp dieses Modells im Hause Märklin. Und am Himmel sehen wir ein zeitgenössisches Flugzeug, die JU 52 um die es in diesem Artikel gehen soll.

Zum Vorbild: (Quelle Wikipedia, den kompletten Artikel finden Sie hier) „Die Junkers Ju 52 (Spitzname: „Tante Ju“) ist ein Flugzeugtyp der Junkers Flugzeugwerk AG, Dessau. Das heute als Ju 52 bekannte Flugzeug ist die dreimotorige Ausführung Junkers Ju 52/3m aus dem Jahr 1932, die aus dem einmotorigen Modell Ju 52/1m hervorging.

Bei der Junkers Ju 52 handelte es sich ursprünglich um die Entwicklung eines einmotorigen Frachtflugzeuges, das in Gegenden mit schlechter Infrastruktur große Frachtmengen, wenn möglich ausgestattet mit einem Dieselmotor, befördern sollte. Dabei wurde großer Wert auf einen geringen Wartungsaufwand gelegt. Die Entwicklung der Ju 52 konnte seitens des Reichswehrministerium (RWM) dahingehend beeinflusst werden, dass militärische Belange bei der Konstruktion gleich mitberücksichtigt wurden. Bereits in den Planungen wurde auch eine dreimotorige Version als Verkehrsflugzeug entworfen, die aber ursprünglich nicht gebaut werden sollte. Erst auf Druck der Deutschen Lufthansa, besonders durch Direktor Erhard Milch, fiel 1931 die Entscheidung, dieses dreimotorige Verkehrsflugzeug in das Bauprogramm mit aufzunehmen.

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Katalog D15 – 1938, Seite 5. „Flugzeug Baukasten“

Das Märklin Modell wurde im Jahr 1936 erstmals im Katalog vorgestellt, die Produktion wurde nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen. Mit den angebotenen Kästen 1151 und 1152 konnten alle gängigen Vorbilder mit ein-, zwei- oder auch drei Motoren nachgebaut werden. Einzeln lieferbar war weiter hin ein Uhrwerkantrieb (1159) sowie ein Ergänzungskasten (1151A) mit dem sich die einmotorige Variante zur motorisierten, dreimotorigen Version ausbauen lies.

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Märklin Passagiermaschine aus 1152 als Ju52/3m

Jedem Set lag ein Bogen mit Hoheitszeichen für 10 Länder bei, ab 1939 verschwand das Hoheitszeichen der „Tschecho-Slowakei“…

Hier die fertig gebaute, dreimotorige Ausführung in Form der JU52/3m.

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Märklin Passagiermaschine aus 1152 als Ju52/3m

Wie das große Vorbild wird auch die Märklin „Tante Ju“ von zwei Piloten geflogen, welche über die nach vorn klappbare Frontscheibe ein- und aussteigen können. Von den Abmessungen her passen die Piloten und natürlich auch das Flugzeug perfekt zur Spurweite 0.

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Märklin Passagiermaschine aus 1152 als Ju52/3m

Das aus weitgehend aus Blech gefertigte Modell ist grau lackiert, die Motorblöcke aus Guß sind schwarz und ebenso wie die Höhenruder und das Leitwerk oft von der „Zinkpest“ befallen.

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Märklin Passagiermaschine aus 1152 als Ju52/3m

Die JU52 aus Sicht der Passagiere – kurz vor dem Einstieg!

Über Frank Ronneburg

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.