Anlage Hr. M. aus U.

Hier eine weitere, sehr schöne Anlage mit dem zur Jahreszeit sehr passenden Thema “Winter”. Hr. M. aus Ulm stellte neben den Bildern, dieser auch von der Streckenführung her sehr netten Anlage, auch gleich den folgenden Text zur Verfügung:

Die alten Märklineisenbahnen haben mich sehr lange nicht interessiert, vielmehr war ich begeistert von der heute möglichen modelltreue des modernen Materials.
Ich plante gerne kompakte Anlagen, aber ich hatte nie die Zeit, eine solche zu bauen. Mir gefielen und gefallen Dioramen mit höchster Gestaltungsqualität, die in Modellzeitschriften veröffentlicht werden.

Doch hier begann der Wandel meiner Modellbahnvorliebe. Denn wenn die Anlage nur mäßig gestaltet ist, sind die Supermodelle des rollenden Materials irgendwie fehl am Platz. Ich denke, eine Modellbahn sollte ein homogenes Gesamtbild abgeben, nur dann wirkt sie überzeugend, also Supermodelle in Superlandschaft mit supervorbildlichem Gleisplan.

Mein gedanklicher Einstieg in die alte Märklinbahn war folgender: Entweder ich baue und gestalte eine Supermodellbahn in Epoche 3, bzw. frühe Bundesbahnzeit, und erlebe im Betrieb dieser Anlage den Flair dieser Epoche, oder ich baue eine Modellbahn mit dem Originalmaterial aus dieser Zeit, also alte Blechgleise, schwere Gussmaschinen und klapprige Plastikwagen. Diese Kombination aus Blech, Guss, Glühbirnchen und Sägemehl atmet automatisch diese alte Zeit und spart eine menge Nerven beim detaillieren, denn es darf ja alles großzügig, wie damals üblich, verbastelt werden. Dachte ich.

Der von mir verfolgte Weg sieht mittlerweile jedoch etwas anders aus. Ich versuche, und das ist ein eher ungewöhnlicher Schritt in Richtung Nostalgiebahn, nicht so zu bauen, wie damals üblich, sondern so, wie es damals möglich gewesen wäre, wenn man nur mit mehr Liebe und Zeit an die Sache gegangen wäre.

Moderner Anlagenbau lebt vom Arrangieren von verschiedenen charaktervollen Vorbildsituationen und deren Übertragung in den Maßstab 1:87. Und das möchte ich auch machen, nur mit dem Blick eines Modellbauers von damals: Detaillierung nur soweit wie nötig, Material aus dem Baumarkt, nicht aus dem Modellbauladen.

Seit 4 Jahren baue ich nun an meiner Anlage, welche schon recht weit gediehen ist. Sie macht viel Spaß beim, und das meine ich, wie ich es schreib: Spielen. Denn der Gleisplan ist nicht im Ringverkehr angelegt, sondern mit Schattenbahnhof, Kopfbahnhof und ordentlich viel Rangiermöglichkeit, wofür 20 Entkupplungsgleise sorgen. Nur die Landschaft ist noch nicht weit gediehen, ich wollte da einfach noch nicht ran.

Um mich zu orientieren, wie denn meine Landschaftsbaugrundsätze und Ideen im Modell aussehen und wirken, baute ich ein Übungsstück. Besser gesagt eine Versuchsanlage. Denn sie sieht zwar wie ein Diorama aus, lässt sich aber erweitern und ist dann betriebsfähig! Es ist ein 2-Zug- Automatikzugverkehr möglich. Vielleicht, so dachte ich, könnte sie ja mal in einem Schaufenster enden….

Ich habe mich zu einer seltenen Winterlandschaft durchgerungen, die mich aber so überzeugt hat, dass ich sie auf meiner richtigen Anlage auch verwirklichen werde.
Die Maße der Übungsanlage sind für eine Nachbildung einer 5-gleisigen Bahnhofshalle mit Gütergleisen, von Vorstadthäuser und einer Stadtkirche, von einem Lagerhaus und mehreren Brücken der absolute Knüller: 1,2m auf 0,66m! Damit eine richtige Tischbahn, auch wenn dieser Begriff eher etwas anderes meint, als eine Anlage, die locker auf einen Tisch passt.

11 Kommentare zu “Anlage Hr. M. aus U.

  1. Sehr geehrte Damen und Herren,
    kann man einen Gleisplan von dieser super Kleinanlage von Herrn Hr. M. aus Ulm
    bekommen oder einen Kontakt?
    Wäre sehr dankbar.
    Kann die Anlage in “Tasche” packen und jeder X-beliebigen Stelle wieder auspacken
    Scherz.
    Mit freundlichen Grüßen
    Detlef Basista

  2. Hallo Märklin Liebhaber,

    Ein Gleisbahn bzw.Abmessungen wäre klasse zu erfahren.
    Wirklich eine wunderschöne Anlage.
    Gruß an alle Leser und große-kleine Spielkinder

    1. Ich freue mich über die lobenden Worte über meine Übungsanlage. Ja, sie stand auf einer Ausstellung zum Verkauf, ist aber schon lange weg…
      Der Gleisplan ist schnell erklärt: die Gleise links und rechts neben dem langen Bahnsteig in der Mitte haben eine Verbindungsweiche ganz hinten in der Bahnhofshalle und ganz vorne unter der Straßenbrücke. Mit Schaltgleisen wird die hintere Weiche und die Stop-Stellen am Bahnsteig gestellt und somit können zwei Züge abwechselnd durch das “Diorama” fahren. Natürlich nur, wenn die zwei Wendekurven außen angeschraubt wurden…
      Maße des Dioramas sind: 1,20×0,66m.

      Grüße an alle Spielkinder mit dem feinen Sinn fürs Nebensächliche

  3. Hallo Sascha,
    erstmal und ein frohes neues Jahr 2012

    Aus welchem Material ist die Bahnhofshalle damals gebaut worden?.
    Hast Du noch Abmessungen, Schablonen etc.

    Mit freundlichen Grüßen
    Detlef Basista

  4. Diese kleine Anlage ist einfach wunderschön! Und die Antwort auf meine Platzprobleme!
    Leider habe ich es in Tagen nicht geschafft, den Gleisplan nachzukonstruieren.

    Es wäre wunderbar, wenn Sie uns,lieber Herr Mühlberger, doch mit einem Gleisplan “erleuchten” könnten.

    An dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön!

    Grüße aus dem hohen Norden!

    U. Abramowski

  5. Das ist die Anlage, wo ich mich am besten zur Weihnacht 1957 zuruckträumen kann, als ich meine
    Erste Märklineisenbahn mit der FM800 3003.01,
    Welche heute noch läuft, unter dem Weihnachtsbaum
    Fand. Heute ist es eine große Schar von Märklinloks,, welche eben so viel Freude bereitet, wie meine alte
    S-Klasse. Deutsche Wertarbeit eben. Da bleiben auch die schönen Erinnerungen von damals, als 6 jähriger Schweizerbub zu Besuch bei Freunden des Automobilclubs in Stuttgart, wach.

  6. Das ist die schönste Anlage mit altem Material, welche ich je gesehen habe. sie ist in Überschaubarer Grösse. Ich kann mich beim vertieften Betrachten dieser Anlage in die Jugendzeit zurückräumen. Bei dieser Winterlandschaft rieche ich den Weihnachtsbaum von 1957, worunter meine erste Märtklinanlage mit der 3003, welche meine Eltern wohl beim Besuch von Freunden des ADAC in Stuttgart gekauft haben. Sie läuft heute noch. Nur das Windblech, ist, da damals am Boden gebahnt wurde seit bald 60 Jahren verbogen.

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