Anlage Hr. Prack

Im zweiten Katalog der noch neuen Spur 00 von 1936 auf Seite 6 und 7 findet sich eine komplette Anlage mit der Artikelnummer 700/210 zum Betrieb von zwei Zügen. Eine solche Anlage wurde vor vielen Jahren einmal bei einem bekannten Auktionshaus versteigert, weitere erhaltene Exemplare sind zur Zeit nicht bekannt. Im folgenden möchten wir einen Nachbau dieser Anlage vorstellen. Das besondere daran: es gibt Bilder auch aus der Bauphase dieser schönen Anlage so das dies eine sehr gute Quelle für den Bau von historischen Anlagen ist.
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Großen Wert wurden bei dem hier vorgestellten Werk auf die Originalität aller Teile gelegt, soweit dies möglich war. So stammen alle Blechgebäude und das Zubehör exakt aus dem Jahre 1936. Zur Stromversorgung wurden alte, stoffumantelte Kabel verwendet und die Farbgebung der Hügel und Berge wurde soweit möglich angepasst. Doch fangen wir am Anfang an:

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Hier zunächst die Grundplatte aus verleimten Massivholz, die Ecken wurden abgerundet und eine kleine Kante rund um die Anlage angebracht. Das Bild der Anlage im Katalog und auch andere Anlagen aus der Märklin Werkstatt lassen vermuten das dies dem Stand der Ausführung von 1936 entspricht.

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Hier die schon beige lackierte Grundplatte und im zweiten Bild die Füße.

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Auf der rechten Anlagenseite ist ein Tunnel zu sehen, welcher sich vom späteren Ecktunnel 453 in einigen Details unterscheidet. Für den hier gezeigten Nachbau standen glücklicherweise zwei originale Tunnelportale zur Verfügung, der Unterbau wurde aus Sperrholz gefertigt und später mit Fliegengitter überzogen.

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Diese Bautechnik wurde auch für die Hügel auf der Anlage verwendet, im Bild auch zu sehen: die auf der Anlage 700/210 eingesetzte Märklin Villa.

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Hier nun ein erster Überblick über die gesamte Anlage, die Gleise im Tunnel sind noch nicht komplett verlegt, im zweiten Bild bekommen die Hügel einen Überzug mit Fliegengitter und die ersten Probefahrten werden gemacht.

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Nochmal der imposante Ecktunnel in der Bauphase und ein Blick über die Anlage.

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Hier wurde bereits das Fliegengitter mit Gips überzogen und die Oberfläche mit einer „Gebirgsstruktur“ versehen.

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Nun sind bereits alle Berge und Hügel mit Gips modelliert und auch der See wartet nur noch auf etwas Wasser.

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Zunächst wird der noch fast weisse Gips mit einem grauen Farbüberzug versehen, mit verschiedensten Farbtönen wird den Bergen dann die passende Farbgebung mit Pastellfarben gegeben.

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Hier der fertige Ecktunnel / -berg und der See, noch ohne Wasser.

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Eine Detailansicht der Bergstruktur und der Farbgebung sowie die Strecke auf der Wandseite mit Brücken.

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Die fertig gestaltete Anlage mit Bäumen, Autos, Gebäuden und auch schon komplett beleuchtet.

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Erster Fahrbetrieb mit passenden Zügen, die elektrischen Signale sind natürlich ebenso wie alle Weichen voll funktionsfähig.

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Ein Blick unter die Anlage: alles ist mit original Materialien ausgeführt.

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Und zu guter letzt gibt es auch Wasser im See.

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Irgendwann findet sich auch das letzte kleine fehlende Detail an… die zwei Fahnen neben der Märklin Villa.

Vielen Dank an Hr. Prack für die Bilder dieser Anlage. Hr. Prack sucht übrigens immer seltene uns alte Märklin Stücke, melden Sie sich einfach über diese Webseite.

Über den Autor

Frank Ronneburgs besonderes Interesse gilt den sogenannten „Händler- oder Werbeartikeln“. Dazu zählen alte Werbeschilder, Ausstellungsdisplays oder Händleranlagen – Ausstellungsstücke, welche speziell für Modelleisenbahn-Händler gefertigt wurden. Ein sehr exklusives Stück – die Märklin Sonnenuhr – konnte so vor einiger Zeit, nach langer Suche aus Schweden und einem Transport von über 2000 Kilometern, wieder öffentlich in einer Ausstellung präsentiert werden. Ein ganz besonderer Fund für Frank Ronneburg, da dieses Schaustück nach aktuellem Kenntnisstand weltweit nur noch einmal existiert. Seit Jahren betreibt Frank Ronneburg erfolgreich die Seite tischbahn.de, eine Plattform für Liebhaber und Sammler von historischen Modelleisenbahnen. Hier werden regelmäßig aktuelle Fachartikel veröffentlicht und begehrte Sammlerstücke - deren Besonderheiten und Marktwert - fachkundig präsentiert. Seine langjährige Erfahrung, Fachkenntnisse und Passion stellt der Experte als Kurator für zahlreiche Ausstellungsprojekte in ganz Deutschland unter Beweis. Zuletzt kuratierte er im Juni 2012 eine Ausstellung im Deutschen Technikmuseum Berlin und war Experte bei Auctionata für die Auktion "Märklin Eisenbahn aus privater Sammlung" im Mai 2013.