Highlight der 60er: TEE Triebzug der SBB [3070]

Als echte Formneuheit, mit einem für die damalige Zeit fertigungtechnisch sehr modernem Kunststoffgehäuse, präsentierte Märklin im Jahr 1965 den niederländisch-schweizerischen TRANS EUROP EXPRESS. Warum dem Schweizerischen Modell der Vorzug vor dem deutschen TEE Triebzug VT 11.5 gegeben wurde ist nicht überliefert. Auf den VT 11.5 (Artikelnummer 37605) mussten die Märklinisten noch bis zum Jahr 2002 warten.

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Der dreiteilige Triebzug mit sechsachsigem Motorwagen ist 70cm lang, mit dem separat erhältlichen Abteilwagen ergibt sich eine Gesamtlänge von 93,5cm.

3070-v.jpgDie dreiteilige Einheit wurde ab 1965 nur 5 Jahre produziert, ein dreipoliger Spezialstecker verbindet die Einheiten. Ergänzend war mit der Artikelnummer 4070 ein Abteilwagen lieferbar. Ebenfalls wurde mit den Artikelnummern 8370 und 8470 eine Zweileiter-Gleichstrom Version dieses Modells unter der Marke Hamo in den Jahren 1976 bis 1970 vertrieben.

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Das mit Innenbeleuchtung ausgestattete Modell war aufwendig ausgestattet und bedruckt, so waren beispielsweise die Fensterrahmen silbern ausgeführt. Der für damalige zeiten relativ hohe Preis (115.- DM für den Triebwagenzug und 24,50 DM für den Abteilwagen im Katalog 1965) und die damit verbundenen geringen Verkaufszahlen führten zur Überarbeitung des Modells. Mit der Artikelnummer 3071 (Abteilwagen 4071) erschien 1971 die abgespeckte Variante ohne Innenbeleuchtung und ohne silberne Fensterrahmen.

Leider neigen die Kunststoffgehäuse, wie bei vielen Modellen dieser Zeit, dazu sich zu verziehen. Auf einigen dieser Bilder ist dies erkennbar.

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Auf Basis des 3070/4071 SBB TEE wurde nicht nur die Weiterentwicklung 3071/4071 produziert, auch der legendäre Northlander (Artikelnummer 3150) von 1978 basiert auf der Form aus der Mitte der 60er Jahre.

Das Ende der Produktion bildeten (bisher) die vierteiligen Modelle 3471 von 1994 mit Delta Decoder und 39700 mit Digital Decoder, mit Inneneinrichtung und in dunkleren Rottönen.

Informationen zum Vorbild dieses Zuges finden sich hier.

5 Kommentare zu “Highlight der 60er: TEE Triebzug der SBB [3070]

  1. Damals ging man von kleineren Tischbahnen aus. Der VT 11,5 war siebenteilig einfach zu lang, während der Ram vierteilig schon vorbildgerecht war, deshalb auch die Aufteilung dreiteilig plus Zusatzwagen, also ein TEE auf kleinstem Raum.
    Zudem bediente dieses Exportmodell neben Schweiz und Niederlande auch Belgien , Luxemburg und Frankreich. Denn der Zuglauf war ursprünglich Zürich – Straßburg – Luxemburg – Brüssel – Amsterdem – Paris – Brüssel – Paris – Amsterdam – Zürich in 4 Tagen, also ein echter Europa-Zug.

  2. Schlimm ist nicht nur daß sich die Gehäuse biegen (Banane), sondern -wie bei meinem Mittelwagen geschehen- auch noch in der Dachmitte reissen. Da schimpfe mir noch einer auf die Gusspest aus den Zeiten des Mangels. Ein eher kleiner Schönheitsfehler ist, daß die Fenster regelmäßig hineinfallen, weil der Kleber nicht mehr hält, neues Einkleben hilft auch nur einige Jahre. Bei anderen mir bekannten Modellen hat Märklin die Fenstereinsätze mechanisch befestigt, das hält immer.

    Eigentlich schade um ein so schönes und auch fahrtechnisch gut gelungenes Modell.

    Gruß Stefan

  3. Ich habe ebenfalls den TEE-Zug mit verzogenem Dach des Mittelwagens. Bei einem kürzlich hinzugekauften Zusatzwagen mit undeformiertem Dach habe ich von innen unter das Dach einen breiten streifen Alufolie fixiert, um die Wärme der Innenbeleuchtung vom Dach abzulenken. Vielleicht hilft das.

    Dumme Frage: wie kann man den Motorwagen öffnen?

  4. Sichtbare Unterschiede 3070-3071:

    • Keinerlei Beschriftung außer Wagenlaufanzeige
    • Triebfahrzeug ohne ‚Bullaugen‘
    • Fenster ohne silberne Umrandung
    • Keine Beleuchtung

    Dies gilt zumindest für meine 3071 Garnitur.

  5. Wie löse ich beim Triebkopf des 3071 das Gehäuse vom Boden. Wäre sehr froh über eine
    Antwort, vielen Dank im voraus
    Mit freundlichem Gruß Harald Vaupel

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