1959 – 100 Jahre Märklin, das Jubiläumsschaustück „Globus“

Das 100-jährige Jubiläum der Firma Märklin im Jahre 1959 wurde nicht nur durch einen sehr schönen Katalog in bronzener Farbgebung mit vielen Hintergrundinformationen zur Firma gefeiert. In den Schaufenstern und Ausstellungsräumen der Händler fanden sich auch einige Exponate welche speziell für Händler hergestellt wurden. Ein besonders schönes Beispiel ist der Globus – mit der Artikelnummer 19 205 – welcher zum Preis von 29.- DM an die Händler abgegeben wurde.


Auf einem Hartholzsockel mit einem Messingrohr ist die aus Kunststoff gefertigte Weltkugel befestigt. Die Kontinente sind erhaben ausgeprägt und geben der ganzen Konstruktion ein plastisches Aussehen. In kleinen Löchern sind an den verschiedensten Stellen kleine Länderflaggen angebracht.

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Der Globus wird am Äquator von einem Banner umspannt auf dem zwei historische Züge zu sehen sind. Weiterhin ist hier die Aufschrift „100 Jahre 1859 – 1959“ zu sehen. Am oberen Ende der Messingstange ist ein beleuchtetes Schild mit der Aufschrift „MÄRKLIN in aller Welt“ angebracht, welches über einen im Stecker untergebrachten Bimetallschalter zum blinken gebracht wird. Zwei elegant gebogene Drahtbogen mit vielen Länderflaggen umspannen den Globus.

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Eine zweite Variante dieses Globus war für die Montage an der Decke konstruiert und wurde ohne Fuss angeboten.

Hier die Seite aus dem Werbemittelkatalog von 1959:

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10 Kommentare zu “1959 – 100 Jahre Märklin, das Jubiläumsschaustück „Globus“

  1. Ja, da liest man es wieder, das „Gründungsjahr“ 1859. So geht das bis heute -trotz anderer hauseigener(!) Angaben in zeitgenössischen Zeitungsanzeigen(!) und auf Katalogen. Da kann man nämlich lesen „Gegründet 1857“. Beleg: Katalogabbildungen bei Dr. F. Rinderknecht „Tinplate Fan“, Jahrgang 2002, Seite 21. Aber darüber schrieben wir, Carlernst Baecker, Dr. Christian Väterlein und Botho G. Wagner schon in den achtziger Jahren, und auch Bodo Schenck, von dem wohl auch der TF-Bericht stammt.
    Die Kataloge stammen übrigens aus dem Märklin-Archiv…
    WARUM dann weiter mit 1859? Wir haben oft in Göppingen gefragt und nie eine Antwort erhalten. Gefragt haben wir uns auch, warum sich eine Firma selbst jünger macht…
    Botho G. Wagner

  2. Lieber Hr. Wagner,

    das ist natürlich richtig. Vielleicht ist ja auch im Jahre 1959 aufgefallen, das man den Termin verpennt hat und man wollte „noch schnell“ ein Datum mit einer 60er Zahl vermeiden… vermutlich werden wir es nie erfahren…

    Beste Grüße aus Berlin!

  3. Ja, Herr Ronneburg, so ist auch die einzig mögliche (normale) Denkweise: Man hatte das richtige Datum versäumt oder vergessen oder die Leute vom Marketing waren nicht mit dem Archivar befreundet und so ist die Story entstanden…dann konnte oder wollte man nicht mehr zurückrudern und so blieb es bis heute beim falschen Geburtjahr. Die Herren in Göppingen waren immer gekniffen, wenn man sie danach fragte…ha noi.
    bgw

  4. Wenn es um Marketing geht, stehen Fakten ohnehin in der zweiten Reihe.

    Warum also soll es sich mit der Wahrheit hier anders verhalten als mit den Angaben von Kleidergrößen in der Damen-Oberbekleidung?

    Vielleicht hat man sich Vorteile davon versprochen, wenn man nicht zusammen mit allzu vielen anderen Firmen und Marken im gleichen Jahr Jubiläum feiert?

    Warum soll es nicht ausgesprochen klug sein, schon zu Beginn der Wintersaison, in der auch noch die Euphorie eines Jahrzehntwechsels hinzutritt, intensiv mit Werbung zugange zu sein? Schließlich beginnt die Modellbahn-Saison schon nach den Sommerferien.

    Außerdem hat so eine Gründungsphase mehr als ein Highlight zu bieten. Es kann für den außenstehenden Betrachter sehr viel eindruckvoller sein, den Bau einer Fabrik erlebt zu haben, als den Stempel im Handelsregister. So gesehen mögen gewisse Auslegungen in der Öffentlichkeitsarbeit legitim sein.

    Das meine zumindest ich, wenn es nur um so schlichte Dinge geht.

  5. Hallo Zusammen,hallo Herr Wagner,

    Mir persönlich ist das „ware“Gründungsdatum nicht wirklich wichtig-zumal dieser Hinweis schon zum 2.Mal hier auf der Seite auftaucht-da eine Vielzahl schöner Produkte(Katalog,Werbehilfen,usw.)auf die jahreszahl..59
    ausgelegt sind-nehme ich dieses „gelassen“ hin!
    Und erfreue mich an den schönen Produkten oder deren Bildern 😉
    Wenn die“ Firma „sich gerne 2Jahre „jünger“ machen möchte-ich glaube da
    hat man als Junger Sammler- echt wichtigere Fragen – auf der Uhr…

    Hochachtungsvoll
    AS

  6. Oh, Verzeihung, andreas 2,
    es wird nicht wieder vorkommen!
    In meiner Einfalt dachte ich, historische Hintergründe seien allgemein interessant.
    Für mich ist die Firmengeschichte ein wesentlicher Teil meiner Beschäftigung mit früherem Spielzeug. Übrigens schon seit über 40 Jahren. Das war und ist auch der Antrieb zum Schreiben meiner Bücher.
    Freundliche Grüße
    Botho G. Wagner

  7. Hallo Herr Wagner,
    Es steht ausser Frage,das historische Hintergründe von interesse sind,bloß in diesem Fall geht es ja um dieses speziele Werbemittel,und nicht nur ums Gründungsdatum .
    Ihre Bücher sind mir schon seit längerer Zeit bekannt,ebenso Ihre Veranstaltungen-da ich auch schon fast 20 Jahre in der „Szene“unterwegs bin…

  8. Herr Ronneburg hat sich mit seinem Beitrag die Mühe gemacht ein wunderschönes Stück aus der Geschichte Märklins zu präsentieren. Und das ist bisher mit keinem einzigen Kommentar gewürdigt worden. Also ich finde, dass es ein ganz wunderschöner Globus ist. Den würde ich mir auf jeden Fall ins Büro stellen, wenn ich ihn ergattern würde! Vielen Dank für den Einblick.

    MfG
    M.Ennen

    P.S. An verschiedenen Stellen liest man: Gegründet 1857, Produktionsbeginn 1859. Daraus wird sich die unterschiedliche Interpretation ergeben. Ich lese auch nichts von Firmen- oder Gründungsjubiläum sondern nur von Jubiläum. Dann haben die halt 100 Jahre Produktion in Göppingen gefeiert. Mir solls recht sein.

    Und wenn es trotzdem keine logische Erklärung für Ihr Gründungsjahr-Dilemma (und Ihren Seelenfrieden) gibt vielleicht folgender Ansatz: 1859 wird vielleicht auch nur genannt, weil er da seine Frau geheiratet hat. Möglicherweise war es einfach ganz sentimal eine Wertschätzung gegenüber seiner Frau, das Gründungsdatum auf dieses Jahr zu verlegen…würde sich doch prima mit dem Produktionsbeginn ergänzen

  9. 1857-1859
    Bravo, Marko!
    Ihre Lesart ist einfach umwerfend! Das mit der Hochzeit und dann zweideutig mit dem „Produktionsbeginn“! Alles wird dann so menschlich. Also ich bin mit Ihrer Deutung absolut zufrieden.
    Schöne Tage wünscht Ihnen
    Botho Wagner

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