Tischbahn

5 Gedanken zu „Kühl- oder Bierwagen, das ist hier die Frage…

  1. Frühe Wagen dieses Typs, darunter insbesondere die mit dem schrägen roten Schriftzug neigen zur Materialschrumpfung im Gehäuse. Diese ist manchmal nicht sehr auffällig, kann aber bis zu langen Rissen entlang den Gehäuseecken fortschreiten. Am besten lässt man Tageslicht auf den Stirnseiten reflektieren und erkennt somit sehr leicht, ob die Fläche verzogen ist. Manchmal brechen auch die Laschen hinter den Pufferbohlen oder es fehlen Gehäusezapfen. Jedes dieser Phänomene ist im Prinzip ein Todesurteil, weil dieser Vorgang nicht rückgängig zu machen ist. Meine Versuche, mit Heißluft solche Gehäuse wieder in Form zu bringen, hatten anfangs Erfolg, aber das Material findet in die alte Form zurück – also für die Katz. Die Chassis sind in aller Regel höchstens von Flugrost heimgesucht. Man könnte sie sammeln und später mal einen Hersteller ausfindig machen, der dafür ein ganz ähnliches Gehäuse anbietet. Dann bitte im Stil der 50er und 60er, aber warum nicht als Aufbauvariante? Es gab bei den Vorbildern unterschiedliche Lattung und Lüftungen. Das ist mit den heutigen Mitteln eigentlich keine große Herausforderung. Wenn jemand mitgestalten mag…, ich hätte Spaß daran.

  2. Die Materialschrumpfung beruht auf entweichen des sgn. Weichmachers im Plastik; sie kann tatsächlich nicht rückgängig gemacht werden. Der Vorgang wird verzögert indem man diese Wagen sehr kühl aufbewahrt, also ganz im Gegensatz zu Gussmodellen!

  3. Im Katalog von 1952 ist der Kühlwagen mit 307 (4508) mit dem hohen Wagenkasten des 306/1 (4505) abgebildet. So ein Wagen ist mir aber bisher nicht begegnet, wahrscheinlich hat Märklin hier einen Prototypen im Katalog abgebildet. Wer weiß Genaueres?

    24 Jahre! später gab es dann unter der Primex-Nummer 4543 doch noch diesen Kühlwagen mit dem hohen Dach, wie übrigens unter der Nr. 4544 auch den gelben Bananenwagen. Der Primex 4543 wurde aber nur 3 Jahre hergestellt und ist deshalb nicht allzu häufig, vom Preis her sicher noch ein „Geheimtip“.

    Der Wagenaufbau mit dem niedrigen Dach war 1975 letztmalig im Angebot, warum er dann 1976 mit hohem Dach erscheint, kann nur vermutet werden. Eventuell war die „niedrige“ 4-fach Spritzform verschlissen. Soweit ich weiß, war es der erste Wagen der 45er Serie mit Kunstoffaufbau, welcher aus dem Märklin Programm entfiel.

    Viele Grüße Stefan Burkhard

  4. Unlängst konnte ich im Internet einen Märklin-Kühlwagen mit der Aufschrift „Mönchshof-Bräu“ erwerben. Im Gegensatz zu den vorstehend gezeigten Wagen diente hier der 4908, also die Bausatzversion des 4508, als Ausgangsbasis. Der Wagen ist demnach ohne Dachschraffierung und mit Kupplungen, welche mit Splinten zusammengebaut und befestigt sind. Schrifttyp und -farbe entsprechen genau den anderen Wagen, also sollte er ein Original sein.

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