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4 Gedanken zu “Handarbeit: der Tunnel 453

  1. Märklin-Tunnel 453
    Für mich bleibt die Frage offen, ob dieser Tunnel aus der Märklin-Produktion stammt oder zugekauft wurde.Märklin war nun einmal Blechverarbeiter. Allerdings wäre die Fertigung dieses Tunnels in Blech wohl nicht gerade einfach gewesen. Wenn zugekauft, dann wohl von Kibri. Dort war (später?) auch ein einfacher Kurventunnel im 00-Programm. Im Prinzip entspricht der Märklin-Tunnel der üblichen Kibri-Bauweise.
    Allerdings sind bei Märklin in der Frühzeit auch Holz/Jute-Tunnel bei den großen Spurweiten bekannt, sogar ganze Bergbahn-Landschaften -aber ob aus Göppingen oder Böblingen, weiß wohl niemand mehr. Der Turm des Tunnel 453 stammt aus dem Märklin-Blechtunnelbau für große Spurweiten und war dort aufgesteckt. Das Verhältnis zwischen Kibri und Märklin war wohl einst sehr innig. Darauf deuten bei Märklin zum Beispiel Lampen und wohl auch einige Bahnhöfe (Blech!) hin. Bei Kibri gab es Märklin-Weichen umgerüstet auf das Kibri-Bravo-Drahtzugprogramm für Spur 0 und auch noch anderes. Das war ohne Genehmigung sicher nicht möglich -also Warenaustausch? Vermutlich.
    Botho G. Wagner

  2. Märklin-Tunnel 453, Teil 2 meines Nachtrags dazu:
    Frank Ronneburg schrieb im Text, dass der Tunnel damals (gerade mal) „ganze“ 12 Reichmark gekostet hat. Stopp! Das war sehr viel Geld! Ein FACHarbeiter musste damals dafür rund 20 Stunden(!) arbeiten. Nach Abzug von Lohnsteuer, Krankenkasse und Parteibeitrag/DAF/Sonderbeiträge(wie WHW/NSV usw) bleib ihm dann gerade mal dieser Betrag. Für eine Schnellzuglok HR700 (dem Traum alle Buben) wurden damals 22.50 Reichsmark an der Kasse fällig. Also war das auch noch verhältnismäßig viel Geld für etwas Pappe, Holz, Gips und wenig Blech oben drauf. Daher die Seltenheit!
    Sorry, das war mir erst jetzt aufgefallen.
    Botho Wagner (geboren 1935)

  3. In den Kommentaren wird zurecht an die Märklin- Tradition im Tunnel- und Geländebau aus Holz und Masse erinnert. Auch der weichgelötete Blechturm mit der Fahne kommen uns aus Göppingen bekannt vor. Sind das Anhaltspunkte für eine Produktion in Böblingen?

    Der Kibri Tunnel 0/44/2 ist im Katalog 37 von 1937 nur im Text beschrieben: „ganz groß gebogen für Rundung der Schiene verwendbar. Holz mit Plastik L 43 cm B 43 cm H 17 cm“. Eine Abbildung findet sich im Katalog 39 von 1939.
    Das Modell ist in der Vorkriegsausführung ein Ecktunnel (und kein Bogentunnel wie die Nachkriegsausführung).

    Zum Vergleich: Der Kibri Tunnel 0/44/2 kostet im Jahre 1940 laut Preisliste im Laden 8,50 RM.

    Wenn Kibri 1937 den Märklin Tunnel nach Vorgaben aus Göppingen gebaut haben sollte, dann hätte man in Böblingen früher von der für 1938 geplanten Märklin Oberleitung gewußt…

    Die Geschichte des Märklin Tunnels 453 endet nicht 1939, auch wenn er im Miniaturbahnprospekt 1940 nicht mehr zu finden ist. Der Detailkatalog 16 von 1939 bleibt noch einige Zeit übergeordnetes Referenzdokument. Der Tunnel 453 ist auch noch in der Preisliste 1942 zu diesem Katalog aufgeführt.

    Bodo Schenck

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