Geregelter Verkehr, das Anschlußgleis 3600AR

1935 – die Geburtsstunde der ersten Märklin Modelle in der Spurweite 00. Mit einem kleinen Angebot an Wagen und zwei Lokomotiven sowie einigen Gleisen und ein wenig Zubehör begann alles. Zur Stromversorgung der Anlage wurde zunächst auf den Transformator 13474X aus dem Programm der Spur 0 Bahnen zurückgegriffen. Dieser Transformator konnte auf der Sekundärseite lediglich vier unterschiedliche Spannungen ausgeben, so war es notwendig eine etwas feinere Regelung der Spannung, und damit der Fahrgeschwindigkeit, zu erlauben. Hierfür wurde das Anschlußgleis 3600AR mit Regelung angeboten.

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Zunächst verfügt dieses Gleis über zwei ca. 50 cm lange Anschlußleitungen, wie damals üblich, sind die Leitungen mit Stoff ummantelt, an den Enden befinden sich Stecker aus Blech. Geschützt durch ein Abdeckblech befindet sich im inneren ein gewickelter Widerstandsdraht welcher über einen Stellhebel abgegriffen wird. So kann die gewünschte Spannung am Gleis eingestellt werden. Dieses Gleis wurde ausschliesslich im Jahr 1935 angeboten, typisch hierfür ist der dünne, durchgehende Mittelleiter. Ein zweites vorliegendes Exemplar, bei diesem ist leider der Stellhebel abgebrochen, ist mit einem dicken Mittelleiter versehen, so das zu vermuten ist, dass dieses aus der Produktion Anfang 1936 stammt. Kurz darauf wurde die Produktion eingestellt.

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Eine weitere Besonderheit dieses Gleises stellen die Kabeldurchführungen in der Böschung dar. Beim einfachen gebogenen Gleis 3600 liegt jeweils eine Öffnung auf jeder Seite des Gleises mittig, dagegen ist das Gleis 3600AR mit zwei Durchführungen je Seite, zwischen der dritten und vierten Schwelle, ausgestattet. Viele dieser Gleise wurden vermutlich damals “rückgebaut”, es wurden der Widerstand und der Stellhebel entfernt um das Gleis später in normalen Anlagen einsetzen zu können, erkenntlich sind diese Gleise einerseits an der entsprechenden Durchführungen, aber auch am Schlitz in der Aussenseite der Böschung für den Stellhebel. Solche Gleise werden gelegentlich angeboten, sind aber für den Sammler relativ uninteressant.

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Bei den beiden vorliegenden unterscheiden sich in einem weiteren Punkt: das Abdeckblech auf der Unterseite ist beim Exemplar mit schmalen Mittelleiter mit einem Stempel “MADE IN GERMANY” versehen. Dieser wurde für den Export in die USA verwendet, tatsächlich wurde dieses Gleis auch im Jahr 2007 aus den USA wieder reimportiert (Dank an Rainer Haug an dieser Stelle für die Entdeckung!), beim anderen Gleis fehlt dieser Stempel. Beide Gleise sind aber im Gleiskörper mit “MÄRKLIN Germany” gestempelt.

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Heute ist das Gleis 3600AR sicher eines der seltensten und gesuchtesten Gleise im Spur 00 Programm.

Abgelöst wurde dieses Gleis bereits im Katalog von 1936 durch den Geschwindigkeitsregler 492 welcher in einem eigenen Gehäuse untergebracht war und zwischen Transformator und Gleis geschaltet wurde.

2 Kommentare zu “Geregelter Verkehr, das Anschlußgleis 3600AR

  1. Hallo Frank,
    habe es gleich wieder erkannt und auch die versprochenen Bilder nicht vergessen. Ein kleiner Fehler ist Dir bei diesem Beitrag unterlaufen. Die normalen Schienen der ersten Generation haben alle keine Kabeldurchführung. Die abgebildete Schiene ist aus der zweiten Generation (Befestigungslöcher versetzt zwischen den Schienen)
    Die erste Generation hat die Befestigungslöchern seitlich in der Mitte ausserhalb der Schienen. Diese gab es sowohl mit dünnem Mittelleiter (1935) als auch mit normalem Mitttelleiter (1936 ?) und natürlich beide in “normal” und gestempelter “US-Version”

    Grüße

    Rainer

  2. Interessant ist, das bei diesem Gleis nicht die Stromzuführung zum Mittelleiter, sondern die zum Gleiskörper (Masse) geregelt wurde. Man kann also keinen weiteren Anschluß in eine mit diesem Gleis betriebene Anlage einfügen und auch den Böschungskörper nicht – wie später propagiert- als Masserückführung benutzen.

    Spätestens mit der Einführung der 800er Perfektschaltung war dieses Gleis ohnehin nicht mehr zu gebrauchen, da es ja auch die Umschaltspannung vermindert, eine Umschaltung also gar nicht mehr funktioniert.

    Trotzdem ein sehr interessantes Teil aus der Zeit, als Märklin noch nach optmalen Lösungen für seine neue 00-Bahn suchte.

    Viel Grüße Stefan Burkhard

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