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3 Gedanken zu “Jubiläumsplakat: 100 Jahre Märklin von 1959

  1. Märklin: 100 Jahre in 1959?
    Das Gründungsdatum 1859 wird seit vielen Jahrzehnten von Märklin selbst genannt -warum? Vor über hundert Jahren hingegen nannte Märklin auf Katalogen (1889/1890 und anderen) als Gründungsjahr 1857! Diese Kataloge sind abgebildet im Jahresband 2002 TINPLATE FAN, herausgegeben von Dr.Fritz Rinderknecht. Sie waren aber viele Jahre vorher schon bekannt, auch durch Bodo Schencks Nachforschungen im Hause Märklin. Die frühere (und dann noch frühere!) Gründung wird gestützt durch die Forschungen von (Dr.?) Karl-Heinz Rueß, damals Göppinger Stadtarchivar. Er fand unter anderen Belegen auch eine Werbeanzeige von Märklin im „Göppinger Wochenblatt“ mit dem Datum vom 07. Mai 1856! Diese Anzeige ist abgebildet im Band 12 „MÄRKLIN – Technisches Spielzeug im Wandel der Zeit“. Diesbezügliche Hinweise an die Märklin-Gechäftsführung, in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wurden dort einfach übergangen. Wir, die Buchautoren Carlernst Baecker, Dr. Christian Väterlein und Botho G. Wagner, waren damals mit diesem Hinweis an der Stuttgarter Straße gar nicht gern gesehen. Dr. Rueß umschrieb die eigenartige Situation einmal mit den Worten „Das Unternehmen hat demnach das Jahr 1859 zu seinem Gründungsjahr gewählt“. Basta! Das Jahr 1859 spielt in der Märklin-Geschichte aber doch eine große Rolle:Theodor Friedrich Wilhelm Märklin, der Firmengründer, heiratete am 06. Februar 1859 Caroline Hettich und am 02. August dieses Jahres wurde deren Sohn Wilhem geboren.
    Andere, wohl ebenfalls hausgemachte, Zeit-Diskrepanzen findet man auch in der Debatte um den ersten Firmenauftritt Märklins mit Eisenbahnen auf der Leipziger Messe. Märklin beharrt bekanntlich darauf, dass dies die Frühjahrsmesse 1891 gewesen ist. Wenn man der Familienchronik von Eugen und Wilhelm Märklin folgt – wohl erst mit der Übernahme von Lutz kamen die Eisenbahnen- dann kann das frühestens bei der Herbstmesse 1891 gewesen sein, wenn nicht gar erst im Jahr 1892. Die Familienchronik findet man in schöner Frakturschrift als Faksimile-Druck in Band 2 der oben genannten Märklin-Buchreihe.
    Man kann das das jetzt alles „Spitzfindkeiten“ nennen -aber Sammler mit Gefühl für die Historie interessiert das schon!
    Mich jedenfalls wundern diese Vorgänge auch nach vielen Jahren noch… Warum macht sich eine Firma eigentlich freiwillig jünger? Schwäbische Bescheidenheit oder was?
    Botho G. Wagner, Obertshausen

  2. Mir liegt ein nicht aufgezogener Andruck des Plakatmotives vor, bei dem das gelbe Feld noch unbeschriftet ist. Lediglich der „MÄRKLIN“ – Schriftzug ist schon mit eingedruckt.

    Die Geschichte der Gründung der Firma Märklin ist oft beschrieben (und abgeschrieben) worden. Sie ist aber nicht das Thema dieser Internetseite.

    Einen aktuellen Stand der Forschungen gibt der Vortrag „Zur Geschichte der Firma Märklin“ wieder, den Dr. Fritz Rinderknecht und ich im Jubiläumsjahr 2009 im „Märklin- Saal“ der Göppinger Stadthalle im Rahmen des 23. Tinplate Forums gehalten haben.

    Dabei habe ich im 2. Kapitel versucht, der Geschichte der verschiedenen Gründungsdaten nachzugehen. Neben den genannten Gründungsjahren 1856, 1857 und 1859 konnte wohl erstmals noch ein weiteres Datum stärker in das Bewußtsein gerückt werden: Die Firma Märklin tritt als Firma, in der serienmäßig Blechspielzeug fabriziert wird im Jahre 1870 hervor. Zu dieser Zeit lag die Leitung in den Händen von Julius Eitel, dem Stiefvater der Gebrüder Märklin.

    Der Antrag Märklins aus den Beilagen des Gemeinderatsprotokolls vom 24.02.1856 gilt heute als das Gründungsdokument der Firma Märklin, Dies wurde mir von Dr. Karl-Heinz Rueß im Gespräch bestätigt. Vor Dr. Rueß hatte bereits der Stadtarchivar Karl Kirschmer im Herbst 1952 das Jahr 1856 genannt.

    Im 1. Kapitel des Vortrages ging ich auf die Feierlichkeiten von 1959 ein (Wir waren ja in der selben Halle). Dabei stand natürlich auch das Jubiläumsplakat auf dem Tisch.

    Bodo Schenck

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